Studenten leben gerne in Wohngemeinschaften, weil sie dadurch Geld sparen können. Dieses WG Leben ist aber von vielen Eigenheiten geprägt, die mit der Zeit sogar zu Zerwürfnissen führen können. Kennen sich die Bewohner der WG bei ihrem Zusammenziehen noch nicht so gut, muss man sich erst einmal beschnuppern und auch die Eigenschaften der Mitbewohner kennenlernen. Da wird mancher Kompromiss zu Tage treten. Die ordentliche Studentin, die alles gerne schön dekoriert und aufgeräumt sieht, muss mit Kommilitonen zusammenwohnen, die es mit diesen Dingen nicht so genau nehmen. Der Putzplan ist die eine Sache, die durchgesetzt werden muss, aber auch in finanziellen Dingen muss man sich einigen.
Eine Haushaltskasse und jedes Mahl gemeinsam gekocht? Das klingt gut, solange nicht einer am Tisch sitzt, der wie ein Spatz ist, und der andere einen Bärenhunger hat. Das wäre auf Dauer ungerecht, sofern gleiche Summen in die Kasse einbezahlt werden. Aber ist der Sinn in einer WG, dass jeder für sich selbst einkauft und kocht? Das treibt die Stromkosten in die Höhe und gibt Ärger bei der Nutzung der Küche, denn bestimmt wollen alle zur gleichen Zeit zu Abend essen und keiner lange warten, bis wieder eine Ofenplatte frei und die Spüle benutzbar ist.
Das WG Leben gestaltet sich abwechslungsreich, günstig und auch voller Kompromisse, bei denen manches Gespräch unter Erwachsenen nötig ist, wenn man sich für lange Zeit gut verstehen will und nicht nach wenigen Monaten schon wieder seinen Auszug planen will. Schnell hat sich so viel Ärger über andere aufgestaut, dass es kaum noch einen Mittelweg und eine erneute Annäherung gibt. Besuche, das Essen, das Putzen und Einkaufen, aber auch das Menschliche stehen immer im Mittelpunkt der WG.